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Sektion "Innovation durch Kompetenz - Büro für spezielle Kommunikationslösungen" bekennt sich zu DigiTask-Twitter-Fake (Update)

Update: Nach dem Eingang des Schreibens der Anwälte der DigiTask GmbH wegen dieses Artikels, hat die Sektion "Innovation durch Kompetenz - Büro für spezielle Kommunikationslösungen" eine Änderung der beanstandeten Textstelle (die bei Netzpolitik dokumentiert ist) zugesandt. Da die Sektionen unabhängig sind, nehmen wir diese Änderung entgegen und setzen sie um, auch wenn wir der Meinung sind, dass die frühere Aussage der Sektion vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt war. All dies geschieht ohne Anerkennung einer Rechtspflicht.

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Uns ist gerade anonym dieses Schreiben einer bislang unbekannten Sektion zugegangen:

Die Sektion "Innovation durch Kompetenz - Büro für spezielle Kommunikationslösungen" hat für das deutsche Überwachungsunternehmen DigiTask GmbH getwittert und sich deren Rechtfertigungen und Ausflüchte zu Eigen gemacht. Wir sind erstaunt darüber, wie sich die DigiTask GmbH vor der eigenen Kommunikationslinie fürchtet und nun sogar rechtlich gegen diese kleine Satire vorgehen will. Wir sehen dieser Auseiandersetzung gelassen entgegen.

Die DigiTask GmbH hat für deutsche Behörden wie das Zollkriminalamt und zahlreiche Landeskriminalämter den „Staatstrojaner“ programmiert, dessen Funktionen gegen das Grundgesetz und Urteile des Bundesverfassungsgerichts verstoßen. Diese Software wurde von staatlichen Stellen unter Verletzung von Gesetzen gegen Bürgerinnen und Bürger eingesetzt. Dieses Vorgehen macht klar, dass die Ängste der Bevölkerung vor einem immer mehr um sich greifenden Polizei- und Überwachungsstaat nicht unbegründet sind.

Die DigiTask GmbH steht dabei stellvertretend für unzählige Überwachungsunternehmen weltweit, die das große Geschäft damit machen, dass Regierungen und autoritäre Regime ihre Bürgerinnen und Bürger - oftmals auch gegen die bestehende Rechtsordnung – nicht nur überwachen und ausspionieren, sondern Inhalte, Medien und Kommunikation zensieren können.

Das Unternehmen DigiTask GmbH hat Software verbreitet, die geeignet ist, verfassungs- und gesetzwidrig eingesetzt zu werden. Auch wenn DigiTask seine Produkte nur nach Deutschland, Österreich, Schweiz und die Niederland verkaufte, ist das Unternehmen doch Teil einer Branche, die weltweit gegen Grund- und Freiheitsrechte agiert, und keine Scheu davor hat, mit Diktaturen wie Syrien, Saudi-Arabien, Bahrein, Iran oder China zu kooperieren. Wegen dieser Kooperationen werden Menschen politisch verfolgt, gefangen genommen, gefoltert und getötet. Wer hierfür Infrastrukturen schafft, macht sich mitschuldig an diesen staatlichen Verbrechen.

Der skandalöse Einsatz des Staatstrojaners zeigt symptomatisch, dass es keinen verfassungskonformen Einsatz staatlicher Spionagesoftware geben kann. Einmal infiziert, ist die Beweiskraft eines Rechners dahin. Die einzig sinnvolle Option ist, sich von Staatstrojanern gänzlich zu verabschieden, egal ob diese Online-Durchsuchug oder Quellen-TKÜ genannt werden. Wir erwarten auch, dass dieser Skandal personelle Konsequenzen für die politisch Verantwortlichen hat.

Darüber hinaus fordern wir, dass der Export von Monitoring-, Zensur- und Überwachungssoftware und -hardware aus Deutschland und der EU verboten wird.


Berlin: Hedobar 13.10.2011 - leckere Vokü und Vortrag "Kommunikationsguerilla der Situationistischen Internationale"

Liebe Freunde der Polit-Satire, AnhängerInnen des Protest-Sports, liebe Mit- und Selbermachenden und solche, die es werden wollen!
Nach einem Sommer, der den Namen nicht wirklich verdient hat, kommen wir zu einem Herbst, wie aus dem Jahreszeiten-Bilderbuch. Sicherlich versprechen wir nicht zuviel, wenn wir frohen Mutes verkünden: Packt die Handschuhe und Schals nochmal weg, der Herbst wird heiss!
Am Donnerstag, 13.10.11 starten wir in die nächste Runde HedoBar im Zielona Gora. Ab dem Termin gibt es dieses Schmuckstück hedonistischer Zusammenrottung wieder wie gewohnt jeden 2. Donnerstag im Monat mit wechselndem Programm. Los geht's am 13.10.11 ab 21 Uhr mit veganer Vokü zu mitesserfreundlichen Preisen, sowie einem hochspannenden und informativen Vortrag. Letzterer wird gehalten von unserer geschätzten Freundin Olga Ohnesorg und trägt den vielversprechenden Titel "Kunst-Politik und Kommunikationsguerilla in den 60er Jahren am Beispiel der Situationistischen Internationale und der Studentenproteste". Im Anschluss daran gibt es eine Diskussionsrunde. Wir freuen uns sehr darauf, Euch zu diesem Anlass im Zielona Gora begrüßen zu dürfen- also rinjehauen und hingestapft!

Eure Karen Elliot, Monty Cantsin und der ganze andere Haufen

Donnerstag 13.10.
HedoBar
jeden 2. Donnerstag im Monat, Eintritt frei
21:00
Zielona Gora
Grünberger Str. 73
10245 Berlin


Sektion der Hedonistischen Internationale in höchster Ekstase beim Papstbesuch in Berlin

„Wir wollen nicht denken, du sollst uns lenken!“

Unter diesem Motto hat die Legion der Hingabe, eine bisher unbekannte Sektion der Hedonistischen Internationalen, den heiligen Vater Benedikt XVI. auf frenetische Weise begrüßt. Der Hüter der göttlichen Wahrheit und mannhafte Verteidiger der wahren katholischen Werte hat es verdient, dass seine wirklichen Jünger in Berlin zu seinem heiligen Staatsbesuch bereit stehen und ihn ihrer totalen Hingabe versichern.

Gläubige aus aller Welt waren beeindruckt vom Enthusiasmus, mit dem sich diese jungen Katholik_innen der päpstlichen Unfehlbarkeit völlig unterwarfen. Die monatelangen Vorbereitungen haben sich gelohnt: In einer mitreißenden Mischung aus Reden, öffentlichen Gebeten und Gesang bereiteten sie den zum Olympiastadion strömenden Papstbesucher_innen einen begeisterten, alle Erwartungen übertreffenden Empfang. Viele ließen sich von der dichten Spiritualität anstecken und nahmen an der Andacht teil. Ein Mitglied der Piusbrüderschaft gab unserer glühenden Legion sogar ein freudiges Grußwort mit auf den Weg.

Die glühenden Reden und die ekstatischen Tänze waren derart eindrucksvoll, dass selbst die Herren und Damen von der Bundespolizei betrübt waren, als wir schließlich den Platz wieder verließen. Sie wippten versteckt mit im Takt und ließen uns unsere gesamte Andacht ungestört abhalten. Anders verfuhren sie mit verschiedenen Gegendemonstrationen, die sie schnell und unerbittlich mit Platzverweisen belegten, obwohl diese ebenso friedlich auftraten.

„Wir hoffen, dass sich wegen unserer bescheidenen Anwesenheit am Olympiastadion viele junge Christ_innen wieder zum Katholizismus und zur totalen Hingabe an den Papst bekehren ließen“, erklärte Legionsschwester Eusebia im Anschluss an diesen einmaligen Tag. Einziger Wermutstropfen: Die Schreiber_innen dieses Textes haben deswegen wertvolle Sekunden der anschließenden Orgie verpasst. Halleluja und Samen.

Gebete und Lieder der Legion der Hingabe

Presseberichte:
taz 21.09.2011
vice.com 21.09.2011


Sektion der Hedonistischen Internationale kapert Wahlparty der FDP

Als im Thomas-Dehler-Haus, der Bundeszentrale der FDP, um 18 Uhr die Prognose übertragen wird, bricht Jubel aus. Obwohl die FDP nur 1,8 % geholt hat und aus dem Abgeordnetenhaus fliegt wird das Ergebnis gefeiert, Konfetti fliegt in die Luft und Sprechchöre feiern das phänomenale Abschneiden der Freien Demokraten.

Etwa 50 Aktivisten der Hedonistischen Internationale, der Partei "Die Partei" und "eine unbenannte Gruppe der Kommunikationsguerilla" hatten sich in Abendgarderobe in die Wahlparty eingeschlichen, jede Menge Freibier getrunken und das Jahrhundert-Ergebnis frenetisch gefeiert.

Ein Aktivist sagt im Interview: "Wir hatten großen Rückenwind der Bundespolitik, so haben wir doch noch dieses phänomenale Wahlergebnis von unter 2 Prozent erstritten. Ohne eine harte Ansage gegen Griechenland wäre das nicht möglich gewesen. Deswegen kann man sagen, vom Ergebnis her: "Die FDP ist wieder da..."

Hedonistische Internationale kapert Wahlparty der FDP from Hedonistische Internationale on Vimeo.

Das Video gibt es hier auch mit Untertiteln.

Und das ganze noch von vorne:




Und hier aus dem ZDF: man beachte die Text/Bildschere!

Und das sagen die anderen (Auswahl):


Redebeitrag der Sektion Zensurama auf der Fuckparade 2011 "Politik muss endlich den Einsatz von Pfefferspray beschränken"

Am Samstag, den 20. August 2011 war wieder Fuckparade. Insgesamt 8000 Menschen demonstrierten gegen Gentrifizierung und für Freiräume. Anbei der Redebeitrag der Sektion Zensurama:

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir sind heute hier, nicht nur weil wir tanzen und für Freiräume in der Stadt protestieren wollen. Wir sind hier, weil wir insgesamt sauer, empört und wütend sind.

Wir sind hier, weil wir für Freiheit eintreten wollen, für unsere Grund- und Freiheitsrechte gegenüber dem Staat, der immer mehr versucht genau diese einzuschränken.

Es vergeht praktisch kein Tag, an dem nicht irgendein Innenminister, Scharfmacher oder Hardliner mit neuen freiheitsfeindlichen Grausamkeiten um die Ecke kommt und eine weitere Demontage des Grundgesetzes fordert oder umsetzt.

Dazu zwei Beispiele aus ganz unterschiedlichen Ecken des Lebens.

Zuerst aus dem virtuellen Raum, dem Internet.

Innenminister Hans-Peter Friedrich forderte zuletzt, dass wir nicht mehr Anonym ins Internet gehen dürften. Er forderte ein Verbot von Pseudonymen. Wir sollen uns mit unserem echten Namen anmelden. Wer gerade noch „Hardtech-Freak2000“ hieß, soll morgen als „Peter Müller“ mit seinem echten Namen in Foren, Blogs und sozialen Netzwerken unterwegs sein.

Dem Innenminister schwebt vor, dass wir uns schön brav mit unserem Personalausweis anmelden, bevor wir ins Internet gehen. So wie es in China heute schon Praxis ist.

Der Innenminister fordert chinesische Maßnahmen und getraut sich dann aber noch zu sagen, dass wir in einer Demokratie ja „mit offenem Visier“ streiten sollten. Letztlich geht es ihm aber darum, dass niemand auf unliebsame Ideen, Gedanken und abweichende Meinungen kommt und diese im Netz verbreitet. Wir sollen Kaufen und Fernsehen im Netz, uns schön angepasst verhalten - aber widerständig sein und Proteste organisieren, das lieber nicht.

Der Effekt von einem Internet, in dem wir alle mit dem echten Namen unterwegs sind, wird sein, dass die Meinungsfreiheit und die Meinungsvielfalt auf der Strecke bleiben. Wer wird denn in einem Drogenforum noch fragen, welche Erfahrung jemand mit einer Substanz hat, wenn hintendran und für jeden zu googeln sein echter Name steht? Wer wird denn noch mit echten Namen in einem Social Network zugeben, dass er homosexuell ist, wenn er oder sie in einem kleinen Dorf wohnt und hinterher diskriminiert wird? Wer wird denn noch Meinungen sagen, die vom Mainstream abweichen, wenn ihm hinterher irgendwelche Konsequenzen drohen?

Der Effekt wird sein, dass sich niemand mehr getraut, das zu sagen, was er oder sie denkt. Der Effekt wird sein, dass wir wieder ein Stück Freiheit verlieren und noch mehr kontrolliert werden. Damit, liebe Freundinnen und Freunde, sollen elementare Grundrechte massiv verletzt werden – und das gilt es gemeinsam zu verhindern.

Ein weiteres Beispiel. Diesmal nicht aus dem virtuellen Raum, sondern von der Straße.

In Deutschland greift die Polizei immer mehr zu Pfefferspray, wenn es darum geht, gegen Menschenansammlungen vorzugehen. Ein wahres Pfefferspray-Inferno lieferten die angeblichen Ordnungshüter beim Castor-Transport in Gorleben letzes Jahr: 2190 Kartuschen ihres Kampfgases wurden dort gegen Atomgegner eingesetzt und mehr als 1000 Menschen verletzt.

Und hier in Berlin wurden am 1. Mai mehr als 200 Menschen durch Pfefferspray verletzt. Ein Sanitäter sagte der taz damals: „Wir spülten die verletzten Augen im Akkord.“

Bei der Berliner Polizei sitzt die Flasche mittlerweile ja so locker, dass sie ihre eigenen Leute mit dem Zeug traktieren.

So wurde z.B. auf einer Demo der über 50-jährigen Leiter der Berliner Versammlungsbehörde Joachim Haß, also der eigene Chef, mit dem giftigen Gas besprüht. Der Mann wollte mal aus dem Büro raus und sich eine Demo aus der Nähe ansehen. Sein Fehler: er hatte schwarze Klamotten an. Da kann man ja schon mal draufsprühen, wenn jemand solch gefährliche Kleidung hat. Einfach so.

Dieses Beispiel zeigt ganz gut, wie inflationär Pfefferspray heute genutzt wird. Dabei war das verniedlichend Pfefferspray genannte Gas mal dazu gedacht, dass Polizisten es nur zur Selbstverteidigung nutzen sollten.

Doch heute wird wie wild in friedliche Sitzblockaden oder Menschenketten hereingesprüht. Die Betroffenen sind oft für mehrere Stunden derart verletzt, dass sie ihr Grundrecht auf Ausübung von Demonstrationen nicht mehr wahrnehmen können. Dazu kommt, dass Pfefferspray eine sehr gefährliche Waffe ist: in den letzten Jahren ist mehr als ein halbes Dutzend Menschen durch den Einsatz von Pfefferspray gestorben.

Menschenrechtsorganisationen beobachten, dass der Einsatz von Pfefferspray immer weiter zunimmt und zur alltäglichen Waffe der Polizei wird.

Es kann aber nicht sein, dass Menschen, die demonstrieren, ständig Gefahr laufen, schwer verletzt zu werden – ohne dass sich irgendjemand bei der Polizei dafür rechtfertigen muss.

Wir fordern deswegen von der Politik, dass sie
- den Einsatz von Pfefferspray gesetzlich einschränkt
- dass endlich Statistiken über den Einsatz von Pfefferspray geführt werden
- dass sie den Einsatz des Gases auf Demonstrationen endlich zurückfährt

Hier ist vor allem ein Handeln der Politik gefragt, damit die Polizei mit Pfefferspray nicht länger unser Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit aushöhlt.

Was können wir gegen Verletzungen unserer Grund- und Freiheitsrechte tun?

Wir müssen uns klar sein, dass die Einschränkungen der Grundrechte - sei es nun die Pflicht zur Identifikation im Internet oder der inflationäre Einsatz von Pfefferspray auf Demonstrationen – nur durch einen beherzten Einsatz unsererseits verhindert werden können.

Und es sollte uns immer klar sein: Freiheitsrechte werden erkämpft. Das macht man Tag für Tag aufs neue. Und ich möchte davor warnen, dass wir uns auf die Parteien verlassen. Von denen hat noch keine in der Geschichte der Bundesrepublik Freiheiten und Bürgerrechte erweitert, im Gegenteil: alle im Bundestag vertretenen Parteien haben sich schon einmal an der Freiheit vergriffen. Und sie werden es wieder tun.

Und genau deshalb werden wir weiterhin mit Mut, Wissen, Information, Wut, Hartnäckigkeit, guten Argumenten, Aktionen und Freude am Protest die Sache der Freiheit vorantreiben. Ob im Club oder auf der Straße, beim Grillen mit den Nachbarn oder auf der Arbeit – lasst uns jeden verdammten Tag für unsere Rechte kämpfen. Lasst uns Menschen sensibilisieren und für die großartige Idee der Freiheit begeistern. Dann werden wir irgendwann in der Situation sein, dass wieder mehr Freiheit gewagt wird. Dann werden wir irgendwann in einer Gesellschaft leben, in der die Menschen selbst entscheiden, was für sie und ihre Mitmenschen richtig ist. Eine Welt, in der wir alle zusammen frei und selbstbestimmt miteinander leben. Das ist eine schöne Idee. Das beste daran ist: diese Idee ist keine Utopie, sie ist machbar – und deshalb lohnt es sich dafür zu kämpfen!

Dankeschön!

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Die Sektion Zensurama bedauert, dass die Veranstalter der Fuckparade nicht entschlossen genug gegen einzelne Nazis in der Demo vorgegangen ist und diese konsequent von der Demo schmeißt. Es ist ja schön und recht, wenn an jedem Wagen ein Anti-Nazi-Schild hängt, aber diesem Bekenntnis müssen auch Taten folgen. Eine Lautsprecherdurchsage und ein Einschreiten der Demo-Ordner sind so etwas, was wir uns als Antifaschist/innen wünschen würden.


Sektion Minneapolis veranstaltet "Shut Down, Rise Up! Street Party"

Gerade flattert ein Bericht der Sektion Minneapolis (USA) herein, die gerade ihre erste Aktion gestartet hat. Hier der Bericht mit Bildern und Videos in vollem Umfang:

"Erstmals der Streitpunkt: die Minnesota Regierung hat sich stillgelegt. Wegen der Unfähigkeit der zwei Parteien um einen Haushalt vor dem Stichtag zu verabreden, hat die Regierung ihre Fähigkeiten unterbrochen. Ein anarchistisches Paradies ist es aber nicht. Einerseits kriegen arme Familien keinen Kindesunterhalt; Dienste für die Gehörlose und die Blinde sind nicht erhältlich; und tausende Leute, die für die Regierung arbeiten, bekommen keine Löhne. Andererseits ist die Polizei weiterhin in voller Kraft, die Gefängnisse sind offen, und die Gerichtshöfe auch.

Dass wir das total unannehmbar finden, entschlossen wir eine hedonistische Aktion zu veranstalten. Wir planten die "Shut Down, Rise Up! Street Party". Es findet in einer Nachbarschaft ähnlich wie Berlin-Friedrichshain statt: es hat eine radikale Geschichte und ist jetzt aufwertend und voll von modischen Kneipen.

Um 23 Uhr sammelten wir uns auf einer Straßenecke. Wir hatten zwei Soundsysteme dabei. Die Lorelei, ein batteriebetriebenes System, und ein viel größeres Benzingenerator-betriebenes System. Mit dem Anfang der Musik gingen wir auf die Straße und tanzten. Es war Freitag Abend mitten in einem Kneipenkiez also wir hatten viele dabei (ca. 50) und viele mehr beobachteten (hunderte). Für fünf Minuten tanzten wir in Frieden. Dann kam der erster Bulle an. Für zehn Minuten nach haben die Bullen uns nur geile Tanzlichte abgegeben als ihre Zahl wachste. Dann haben sie uns mit Pfefferspray gedroht. Wir gingen zu den Fußweg aber die Musik und das Tanzen ging weiter. Fünf Minuten später mit ca. 20 Bullen dabei steckten sie das Stromkabel aus. So hört die Musik auf aber wir buhten einfach und tanzten weiter.

Es gab Unruhen als Leute verweigerten zu zerstreuen. Einer wurde verhaftet. Die Bullen haben uns gesagt, dass der, der für das Soundsystem verantwortet, wurde auch verhaftet werden. Ich und ein guter Freund von mir übernähmen Verantwortung. Verhaftet wurden wir nicht aber wir bekamen beide Strafzetteln wegen "Unlawful Assembly" (bullshit) und die Soundsysteme wurden beschlagnahmt. Wir bekommen sie zurück wenn wir die Geldstrafen bezahlen, je $180. Andere haben den Hut herumgereicht und so bekamen wir $120. Wir planen eine Benefizparty für den Rest.

Alles in allem: großer Erfolg.

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Bilder und Videos der Aktion gibt es hier:
http://www.flickr.com/photos/64730506@N02/sets/72157626975910857/. Verschiedene Sektionen der Hedonistischen Internationale senden solidarische Grüße nach Minneapolis und freuen sich über die erste Aktion einer Sektion der Hedonistischen Internationale in Nordamerika!


Das war der Weltkongress 2011


Der Weltkongress 2011 ist vorbei und mittlerweile dürften fast alle aus Riebau zurückgekommen sein. Wir möchten an dieser Stelle allen danken, die den beschwerlichen Weg in die Altmark gemeistert haben. Dieser Dank geht zuallererst an Euch alle. Ihr wart das beste Publikum, das ein Kongressfestival haben kann. Ihr wart mehr als ein Publikum, ihr wart Teil des Kongresses und habt das Ding erst zu dem gemacht, was es geworden ist: eine kleine Welt, in der selbstbestimmt und verantwortungsvoll ausprobiert wurde, was denn alles so möglich ist, wenn 300 Leute zusammenkommen und einfach mal loslegen.

Und wir möchten uns bedanken bei Referentinnen und Referenten, bei Technikern und Djanes, bei Leuten, die einfach ein paar Tage früher vorbeikamen und geholfen haben. Wir möchten den Musiker:innen und Künstlern danken für ein Programm irgendwo zwischen Punkrock, Rocknroll, BumBum und wunderbarem bunten Hippiescheiss. Wir danken allen, die das Gelände mit ihrer Deko verzaubert haben. Wir möchten den Kinoleuten danken und denjenigen, die sich Tag und Nacht um das leibliche Wohl des Kongresses gekümmert haben. Wir verneigen uns vor ernsthaften Vorträgen, Philosophie und lustigem Schabernack. Wir sind glücklich, dass ihr so viel Spaß und Freude hattet. Dass ihr die Vortragenden mit Fragen gelöchert und mit Interesse begeistert habt. Wir sind sprachlos über Eure wilde Entschlossenheit zum Mitmachen und den Wille, den Kongress zu etwas ganz Besonderen zu machen. Wir lieben Eure Spontaneität und Euer Lächeln im Gesicht, das wieder jemand anderem ein Lächeln ins Gesicht zauberte.


The Holy Shit - 2. WeltKongress HI by ichund_nichtdu

Und wir möchten den Menschen der Traumschule Riebau danken, die uns getreu dem Motto "Do what you want" ihr Gelände überlassen haben. Auch möchten wir den Einwohnern von Riebau danken, dass sie uns (und unsere Musik) für vier Tage ohne Murren ertragen haben. Einen solch toleranten Ort muss man erstmal finden: es gab keine einzige Beschwerde.

Jetzt sind wir ersteinmal traurig, dass alles schon wieder vorbei ist. Wenn wir uns erholt haben, überlegen wir, ob wir das nochmal machen. Aber es war so schön, dass es uns schon jetzt wieder in den Fingern juckt. Meldet Euch, wenn ihr wieder mitmachen wollt, wenn ihr schöne Gelände an der Hand habt oder einfach schon im Vorfeld helfen wollt.

Wir freuen uns auf Euch!


Noch eine Kleinigkeit:
Wir haben ein paar Journalisten auf dem Platz gehabt, die - wie wir finden - treffende Berichte gemacht haben:
Unabhängiges Radiofeature
Neues Deutschland 15.6.11: Hightech am Lagerfeuer
Funkhaus Europa 14.6.11: Bericht vom Weltkongress
ON3 Radio 15.6.11: Radikal-Aerobic für Anfänger

Mehr Fotos gibt es hier.


Hamburg: 05.06. Vattenfall wegbassen

Die Hamburger Sektion der Hedonistischen Internationale übermittelte uns folgenden Aufruf:

Parade Vattenfall WEGBASSEN!

Treffpunkt: 05. Juni 2011, 13:00 Uhr, Park Fiction
Auftaktkundgebung: 13:30 Uhr
Abfahrt: 14.00 Uhr

Wir bassen da, wo Vattenfall baggern will - Route:
Bernard-Nocht-Str. – Davidstr. – Reeperbahn – Holstenstraße – Suttnerpark – Lunapark.

Wagen 1 - Moorburgtrassen Initiative (Rednerwagen)

Wagen des Bündnisses der Hedonistischen Internationalen
Wagen 2 – elbrausch/Rotzige Beatz/Like Birdz/ILL
Wagen 3 – Bananenrepublik/Grasgeflüster
In Planung:
Wagen 4 – Substep-Soundsystem
Wagen 5 – OV-Silence

Schlusskundgebung: ab 16:30 rund um den Lunapark/Memellandallee

Eine musikalische Demo, wie sie Hamburg noch nicht gesehen hat.

Mit dreckigen Beats gegen Vattenfalls „saubere“ Schneisen.
Der Konzern Vattenfall plant erneut tiefe Gräben für dicke Rohre vom KoKW Moorburg bis nach Altona. Dicke Rohre verstopfen das Netz, untertunneln die Stadt und verfestigen den destruktivem Monopolismus - man macht sich abhängig von dem Kohlekraftwerk, weil niemand anderes eine 8m-Durchmesser-Fernwärmeleitung sonst speisen kann.
Wenn die Trasse nicht gebaut wird, rechnet sich das Kohlekraftwerk-Moorburg nicht und es geht nicht ans Netz.

Wem gehört die Stadt: UNS!
Und wir holen sie uns zurück! Schluß mit dem Lobbyismus einiger weniger und der Korruption der angeblich Mächtigen. Wie kann es sein, das eine solche Trasse genehmigt wurde? Euch wählen wir ab - LAUT UND DEUTLICH!

UMWELTSCHWEINE: Keine Fernwärme durch Kohleverbrennung!
Wir können auch anders: kleine Kraftwerke selbst organisieren – dezentral, unabhängig, klima- und kulturfreundlich.

Aufruf zum Trassenbassen: Mit 30 Hz gegen jährlich 9,5 Mio. Tonnen CO2
Wir bassen da, wo Vattenfall baggern will: Hafenstraße – St. Pauli – Holstenstraße – Suttnerpark – Lunapark.

Schluss mit Schmusekurs! Schnappt Euch die Netze! Macht klar Schiff!
Volle Bassseite gegen Vattenfall!

Wir sehen uns - wir sind unter euch!


Video zum Weltkongress

Gerade erreichte uns von einer bislang unbekannten Sektion dieses Weltkongress-Mobilisierungsvideo von wirklich ungeahnter Qualität:

Mehr Infos zum Weltkongress:
http://hedonist-international.org/worldcongress2011

Programm:
http://hedonist-international.org/worldcongress2011/?page_id=22

Busse von Berlin zum Kongress:
http://weltkongress.bassliner.org


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