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Redebeitrag der Sektion Zensurama auf der Fuckparade 2011 "Politik muss endlich den Einsatz von Pfefferspray beschränken"

Am Samstag, den 20. August 2011 war wieder Fuckparade. Insgesamt 8000 Menschen demonstrierten gegen Gentrifizierung und für Freiräume. Anbei der Redebeitrag der Sektion Zensurama:

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir sind heute hier, nicht nur weil wir tanzen und für Freiräume in der Stadt protestieren wollen. Wir sind hier, weil wir insgesamt sauer, empört und wütend sind.

Wir sind hier, weil wir für Freiheit eintreten wollen, für unsere Grund- und Freiheitsrechte gegenüber dem Staat, der immer mehr versucht genau diese einzuschränken.

Es vergeht praktisch kein Tag, an dem nicht irgendein Innenminister, Scharfmacher oder Hardliner mit neuen freiheitsfeindlichen Grausamkeiten um die Ecke kommt und eine weitere Demontage des Grundgesetzes fordert oder umsetzt.

Dazu zwei Beispiele aus ganz unterschiedlichen Ecken des Lebens.

Zuerst aus dem virtuellen Raum, dem Internet.

Innenminister Hans-Peter Friedrich forderte zuletzt, dass wir nicht mehr Anonym ins Internet gehen dürften. Er forderte ein Verbot von Pseudonymen. Wir sollen uns mit unserem echten Namen anmelden. Wer gerade noch „Hardtech-Freak2000“ hieß, soll morgen als „Peter Müller“ mit seinem echten Namen in Foren, Blogs und sozialen Netzwerken unterwegs sein.

Dem Innenminister schwebt vor, dass wir uns schön brav mit unserem Personalausweis anmelden, bevor wir ins Internet gehen. So wie es in China heute schon Praxis ist.

Der Innenminister fordert chinesische Maßnahmen und getraut sich dann aber noch zu sagen, dass wir in einer Demokratie ja „mit offenem Visier“ streiten sollten. Letztlich geht es ihm aber darum, dass niemand auf unliebsame Ideen, Gedanken und abweichende Meinungen kommt und diese im Netz verbreitet. Wir sollen Kaufen und Fernsehen im Netz, uns schön angepasst verhalten - aber widerständig sein und Proteste organisieren, das lieber nicht.

Der Effekt von einem Internet, in dem wir alle mit dem echten Namen unterwegs sind, wird sein, dass die Meinungsfreiheit und die Meinungsvielfalt auf der Strecke bleiben. Wer wird denn in einem Drogenforum noch fragen, welche Erfahrung jemand mit einer Substanz hat, wenn hintendran und für jeden zu googeln sein echter Name steht? Wer wird denn noch mit echten Namen in einem Social Network zugeben, dass er homosexuell ist, wenn er oder sie in einem kleinen Dorf wohnt und hinterher diskriminiert wird? Wer wird denn noch Meinungen sagen, die vom Mainstream abweichen, wenn ihm hinterher irgendwelche Konsequenzen drohen?

Der Effekt wird sein, dass sich niemand mehr getraut, das zu sagen, was er oder sie denkt. Der Effekt wird sein, dass wir wieder ein Stück Freiheit verlieren und noch mehr kontrolliert werden. Damit, liebe Freundinnen und Freunde, sollen elementare Grundrechte massiv verletzt werden – und das gilt es gemeinsam zu verhindern.

Ein weiteres Beispiel. Diesmal nicht aus dem virtuellen Raum, sondern von der Straße.

In Deutschland greift die Polizei immer mehr zu Pfefferspray, wenn es darum geht, gegen Menschenansammlungen vorzugehen. Ein wahres Pfefferspray-Inferno lieferten die angeblichen Ordnungshüter beim Castor-Transport in Gorleben letzes Jahr: 2190 Kartuschen ihres Kampfgases wurden dort gegen Atomgegner eingesetzt und mehr als 1000 Menschen verletzt.

Und hier in Berlin wurden am 1. Mai mehr als 200 Menschen durch Pfefferspray verletzt. Ein Sanitäter sagte der taz damals: „Wir spülten die verletzten Augen im Akkord.“

Bei der Berliner Polizei sitzt die Flasche mittlerweile ja so locker, dass sie ihre eigenen Leute mit dem Zeug traktieren.

So wurde z.B. auf einer Demo der über 50-jährigen Leiter der Berliner Versammlungsbehörde Joachim Haß, also der eigene Chef, mit dem giftigen Gas besprüht. Der Mann wollte mal aus dem Büro raus und sich eine Demo aus der Nähe ansehen. Sein Fehler: er hatte schwarze Klamotten an. Da kann man ja schon mal draufsprühen, wenn jemand solch gefährliche Kleidung hat. Einfach so.

Dieses Beispiel zeigt ganz gut, wie inflationär Pfefferspray heute genutzt wird. Dabei war das verniedlichend Pfefferspray genannte Gas mal dazu gedacht, dass Polizisten es nur zur Selbstverteidigung nutzen sollten.

Doch heute wird wie wild in friedliche Sitzblockaden oder Menschenketten hereingesprüht. Die Betroffenen sind oft für mehrere Stunden derart verletzt, dass sie ihr Grundrecht auf Ausübung von Demonstrationen nicht mehr wahrnehmen können. Dazu kommt, dass Pfefferspray eine sehr gefährliche Waffe ist: in den letzten Jahren ist mehr als ein halbes Dutzend Menschen durch den Einsatz von Pfefferspray gestorben.

Menschenrechtsorganisationen beobachten, dass der Einsatz von Pfefferspray immer weiter zunimmt und zur alltäglichen Waffe der Polizei wird.

Es kann aber nicht sein, dass Menschen, die demonstrieren, ständig Gefahr laufen, schwer verletzt zu werden – ohne dass sich irgendjemand bei der Polizei dafür rechtfertigen muss.

Wir fordern deswegen von der Politik, dass sie
- den Einsatz von Pfefferspray gesetzlich einschränkt
- dass endlich Statistiken über den Einsatz von Pfefferspray geführt werden
- dass sie den Einsatz des Gases auf Demonstrationen endlich zurückfährt

Hier ist vor allem ein Handeln der Politik gefragt, damit die Polizei mit Pfefferspray nicht länger unser Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit aushöhlt.

Was können wir gegen Verletzungen unserer Grund- und Freiheitsrechte tun?

Wir müssen uns klar sein, dass die Einschränkungen der Grundrechte - sei es nun die Pflicht zur Identifikation im Internet oder der inflationäre Einsatz von Pfefferspray auf Demonstrationen – nur durch einen beherzten Einsatz unsererseits verhindert werden können.

Und es sollte uns immer klar sein: Freiheitsrechte werden erkämpft. Das macht man Tag für Tag aufs neue. Und ich möchte davor warnen, dass wir uns auf die Parteien verlassen. Von denen hat noch keine in der Geschichte der Bundesrepublik Freiheiten und Bürgerrechte erweitert, im Gegenteil: alle im Bundestag vertretenen Parteien haben sich schon einmal an der Freiheit vergriffen. Und sie werden es wieder tun.

Und genau deshalb werden wir weiterhin mit Mut, Wissen, Information, Wut, Hartnäckigkeit, guten Argumenten, Aktionen und Freude am Protest die Sache der Freiheit vorantreiben. Ob im Club oder auf der Straße, beim Grillen mit den Nachbarn oder auf der Arbeit – lasst uns jeden verdammten Tag für unsere Rechte kämpfen. Lasst uns Menschen sensibilisieren und für die großartige Idee der Freiheit begeistern. Dann werden wir irgendwann in der Situation sein, dass wieder mehr Freiheit gewagt wird. Dann werden wir irgendwann in einer Gesellschaft leben, in der die Menschen selbst entscheiden, was für sie und ihre Mitmenschen richtig ist. Eine Welt, in der wir alle zusammen frei und selbstbestimmt miteinander leben. Das ist eine schöne Idee. Das beste daran ist: diese Idee ist keine Utopie, sie ist machbar – und deshalb lohnt es sich dafür zu kämpfen!

Dankeschön!

.....
Die Sektion Zensurama bedauert, dass die Veranstalter der Fuckparade nicht entschlossen genug gegen einzelne Nazis in der Demo vorgegangen ist und diese konsequent von der Demo schmeißt. Es ist ja schön und recht, wenn an jedem Wagen ein Anti-Nazi-Schild hängt, aber diesem Bekenntnis müssen auch Taten folgen. Eine Lautsprecherdurchsage und ein Einschreiten der Demo-Ordner sind so etwas, was wir uns als Antifaschist/innen wünschen würden.


Sektion Minneapolis veranstaltet "Shut Down, Rise Up! Street Party"

Gerade flattert ein Bericht der Sektion Minneapolis (USA) herein, die gerade ihre erste Aktion gestartet hat. Hier der Bericht mit Bildern und Videos in vollem Umfang:

"Erstmals der Streitpunkt: die Minnesota Regierung hat sich stillgelegt. Wegen der Unfähigkeit der zwei Parteien um einen Haushalt vor dem Stichtag zu verabreden, hat die Regierung ihre Fähigkeiten unterbrochen. Ein anarchistisches Paradies ist es aber nicht. Einerseits kriegen arme Familien keinen Kindesunterhalt; Dienste für die Gehörlose und die Blinde sind nicht erhältlich; und tausende Leute, die für die Regierung arbeiten, bekommen keine Löhne. Andererseits ist die Polizei weiterhin in voller Kraft, die Gefängnisse sind offen, und die Gerichtshöfe auch.

Dass wir das total unannehmbar finden, entschlossen wir eine hedonistische Aktion zu veranstalten. Wir planten die "Shut Down, Rise Up! Street Party". Es findet in einer Nachbarschaft ähnlich wie Berlin-Friedrichshain statt: es hat eine radikale Geschichte und ist jetzt aufwertend und voll von modischen Kneipen.

Um 23 Uhr sammelten wir uns auf einer Straßenecke. Wir hatten zwei Soundsysteme dabei. Die Lorelei, ein batteriebetriebenes System, und ein viel größeres Benzingenerator-betriebenes System. Mit dem Anfang der Musik gingen wir auf die Straße und tanzten. Es war Freitag Abend mitten in einem Kneipenkiez also wir hatten viele dabei (ca. 50) und viele mehr beobachteten (hunderte). Für fünf Minuten tanzten wir in Frieden. Dann kam der erster Bulle an. Für zehn Minuten nach haben die Bullen uns nur geile Tanzlichte abgegeben als ihre Zahl wachste. Dann haben sie uns mit Pfefferspray gedroht. Wir gingen zu den Fußweg aber die Musik und das Tanzen ging weiter. Fünf Minuten später mit ca. 20 Bullen dabei steckten sie das Stromkabel aus. So hört die Musik auf aber wir buhten einfach und tanzten weiter.

Es gab Unruhen als Leute verweigerten zu zerstreuen. Einer wurde verhaftet. Die Bullen haben uns gesagt, dass der, der für das Soundsystem verantwortet, wurde auch verhaftet werden. Ich und ein guter Freund von mir übernähmen Verantwortung. Verhaftet wurden wir nicht aber wir bekamen beide Strafzetteln wegen "Unlawful Assembly" (bullshit) und die Soundsysteme wurden beschlagnahmt. Wir bekommen sie zurück wenn wir die Geldstrafen bezahlen, je $180. Andere haben den Hut herumgereicht und so bekamen wir $120. Wir planen eine Benefizparty für den Rest.

Alles in allem: großer Erfolg.

.......

Bilder und Videos der Aktion gibt es hier:
http://www.flickr.com/photos/64730506@N02/sets/72157626975910857/. Verschiedene Sektionen der Hedonistischen Internationale senden solidarische Grüße nach Minneapolis und freuen sich über die erste Aktion einer Sektion der Hedonistischen Internationale in Nordamerika!


Das war der Weltkongress 2011


Der Weltkongress 2011 ist vorbei und mittlerweile dürften fast alle aus Riebau zurückgekommen sein. Wir möchten an dieser Stelle allen danken, die den beschwerlichen Weg in die Altmark gemeistert haben. Dieser Dank geht zuallererst an Euch alle. Ihr wart das beste Publikum, das ein Kongressfestival haben kann. Ihr wart mehr als ein Publikum, ihr wart Teil des Kongresses und habt das Ding erst zu dem gemacht, was es geworden ist: eine kleine Welt, in der selbstbestimmt und verantwortungsvoll ausprobiert wurde, was denn alles so möglich ist, wenn 300 Leute zusammenkommen und einfach mal loslegen.

Und wir möchten uns bedanken bei Referentinnen und Referenten, bei Technikern und Djanes, bei Leuten, die einfach ein paar Tage früher vorbeikamen und geholfen haben. Wir möchten den Musiker:innen und Künstlern danken für ein Programm irgendwo zwischen Punkrock, Rocknroll, BumBum und wunderbarem bunten Hippiescheiss. Wir danken allen, die das Gelände mit ihrer Deko verzaubert haben. Wir möchten den Kinoleuten danken und denjenigen, die sich Tag und Nacht um das leibliche Wohl des Kongresses gekümmert haben. Wir verneigen uns vor ernsthaften Vorträgen, Philosophie und lustigem Schabernack. Wir sind glücklich, dass ihr so viel Spaß und Freude hattet. Dass ihr die Vortragenden mit Fragen gelöchert und mit Interesse begeistert habt. Wir sind sprachlos über Eure wilde Entschlossenheit zum Mitmachen und den Wille, den Kongress zu etwas ganz Besonderen zu machen. Wir lieben Eure Spontaneität und Euer Lächeln im Gesicht, das wieder jemand anderem ein Lächeln ins Gesicht zauberte.


The Holy Shit - 2. WeltKongress HI by ichund_nichtdu

Und wir möchten den Menschen der Traumschule Riebau danken, die uns getreu dem Motto "Do what you want" ihr Gelände überlassen haben. Auch möchten wir den Einwohnern von Riebau danken, dass sie uns (und unsere Musik) für vier Tage ohne Murren ertragen haben. Einen solch toleranten Ort muss man erstmal finden: es gab keine einzige Beschwerde.

Jetzt sind wir ersteinmal traurig, dass alles schon wieder vorbei ist. Wenn wir uns erholt haben, überlegen wir, ob wir das nochmal machen. Aber es war so schön, dass es uns schon jetzt wieder in den Fingern juckt. Meldet Euch, wenn ihr wieder mitmachen wollt, wenn ihr schöne Gelände an der Hand habt oder einfach schon im Vorfeld helfen wollt.

Wir freuen uns auf Euch!


Noch eine Kleinigkeit:
Wir haben ein paar Journalisten auf dem Platz gehabt, die - wie wir finden - treffende Berichte gemacht haben:
Unabhängiges Radiofeature
Neues Deutschland 15.6.11: Hightech am Lagerfeuer
Funkhaus Europa 14.6.11: Bericht vom Weltkongress
ON3 Radio 15.6.11: Radikal-Aerobic für Anfänger

Mehr Fotos gibt es hier.


Hamburg: 05.06. Vattenfall wegbassen

Die Hamburger Sektion der Hedonistischen Internationale übermittelte uns folgenden Aufruf:

Parade Vattenfall WEGBASSEN!

Treffpunkt: 05. Juni 2011, 13:00 Uhr, Park Fiction
Auftaktkundgebung: 13:30 Uhr
Abfahrt: 14.00 Uhr

Wir bassen da, wo Vattenfall baggern will - Route:
Bernard-Nocht-Str. – Davidstr. – Reeperbahn – Holstenstraße – Suttnerpark – Lunapark.

Wagen 1 - Moorburgtrassen Initiative (Rednerwagen)

Wagen des Bündnisses der Hedonistischen Internationalen
Wagen 2 – elbrausch/Rotzige Beatz/Like Birdz/ILL
Wagen 3 – Bananenrepublik/Grasgeflüster
In Planung:
Wagen 4 – Substep-Soundsystem
Wagen 5 – OV-Silence

Schlusskundgebung: ab 16:30 rund um den Lunapark/Memellandallee

Eine musikalische Demo, wie sie Hamburg noch nicht gesehen hat.

Mit dreckigen Beats gegen Vattenfalls „saubere“ Schneisen.
Der Konzern Vattenfall plant erneut tiefe Gräben für dicke Rohre vom KoKW Moorburg bis nach Altona. Dicke Rohre verstopfen das Netz, untertunneln die Stadt und verfestigen den destruktivem Monopolismus - man macht sich abhängig von dem Kohlekraftwerk, weil niemand anderes eine 8m-Durchmesser-Fernwärmeleitung sonst speisen kann.
Wenn die Trasse nicht gebaut wird, rechnet sich das Kohlekraftwerk-Moorburg nicht und es geht nicht ans Netz.

Wem gehört die Stadt: UNS!
Und wir holen sie uns zurück! Schluß mit dem Lobbyismus einiger weniger und der Korruption der angeblich Mächtigen. Wie kann es sein, das eine solche Trasse genehmigt wurde? Euch wählen wir ab - LAUT UND DEUTLICH!

UMWELTSCHWEINE: Keine Fernwärme durch Kohleverbrennung!
Wir können auch anders: kleine Kraftwerke selbst organisieren – dezentral, unabhängig, klima- und kulturfreundlich.

Aufruf zum Trassenbassen: Mit 30 Hz gegen jährlich 9,5 Mio. Tonnen CO2
Wir bassen da, wo Vattenfall baggern will: Hafenstraße – St. Pauli – Holstenstraße – Suttnerpark – Lunapark.

Schluss mit Schmusekurs! Schnappt Euch die Netze! Macht klar Schiff!
Volle Bassseite gegen Vattenfall!

Wir sehen uns - wir sind unter euch!


Video zum Weltkongress

Gerade erreichte uns von einer bislang unbekannten Sektion dieses Weltkongress-Mobilisierungsvideo von wirklich ungeahnter Qualität:

Mehr Infos zum Weltkongress:
http://hedonist-international.org/worldcongress2011

Programm:
http://hedonist-international.org/worldcongress2011/?page_id=22

Busse von Berlin zum Kongress:
http://weltkongress.bassliner.org


Berlin: 30.05. Hurra die Mieten steigen

Die bislang unbekannte Sektion "Berlin Investment Tourism and Consulting Holding (BITCH)" hat uns folgenden Aufruf übersandt:

HURRA, DIE MIETEN STEIGEN!

exklusiver Freiluft-Festakt zur Veröffentlichung des neuen Berliner Mietspiegels am 30. Mai 2011

Wir haben allen Grund zur Freude und laden Sie ein, diese Freude gemeinsam mit Vertretern aus der Politik, Investoren, Maklern, Bankiers und Grundbesitzern mit uns zu teilen.

In den vergangenen Jahren konnten wir dank des selbstlosen Engagements ausländischer Investoren, der freundlichen Zurückhaltung der Politiker und Medien und der bewundernswerten Fügsamkeit unserer Mieter eine Vielzahl von Erfolgen erzielen.

Wir konnten:

  • die Mietpreise bei Neuvermietungen um bis zu 16 Prozent pro Jahr steigern

  • die Reallohnsteigerung auf nur 0,8 Prozent pro Jahr begrenzen
  • die Mietbelastung für Haushalte, die monatlich zwischen 700 und 900 Euro zur Verfügung haben, auf inzwischen 40 Prozent erhöhen
  • durch Verkauf und Börsengang der GSW die politische Einmischung in den Berliner Wohnungsmarkt weiter reduzieren
  • den Bau einfacher Wohnungen oder die kreative, kulturelle Nutzung von Freiflächen Hand in Hand mit der Politik durch die rasche Umsetzung ambitionierter Bauprojekte - Hotels, Hostels, Einkaufszentren, Luxusappartments und Townhouses - verhindern
  • Mietern mit geringer Leistungsbereitschaft (Hartz-4-Aufstockern, Immigranten, jungen Familien, Künstlern, Studenten) attraktive Alternativen in Bezirken wie Marzahn, Königswusterhausen oder Mariendorf anbieten und dadurch das Stadtbild in den zentrumsnahen Szenebezirken aufwerten
  • den Begriff "sanieren" nicht mehr nur als Instandsetzung, sondern vielmehr als "Aufwertung" etablieren
  • den vereinzelt aufkommenden Protest erfolgreich als rückwärtsgerichtet und nostalgisch präsentieren und in den Bereich des Extremismus rücken

Vor allem aber konnten wir die Anwendung des Mietwuchergesetzes verhindern, das eine marktgerechten Mietpreisfindung unter dem Vorwand des "Grundrechts aus bezahlbaren Wohnraum" unmöglich machen würde. Das Mietwuchergesetz würde Neuvermietungen zu mehr als 20% über Mietspiegelwert kriminalisieren und damit die Attraktivität des Investitionsstandorts Berlin drastisch senken. Aus Rücksicht auf die enormen Wachstumspotenziale sah der Senat jedoch dankenswerter Weise von der Durchsetzung dieses Gesetzes ab. Schließlich kann von Wohnungsknappheit in Berlin keine Rede sein!

Am Montag, den 30. Mai, erscheint nun endlich der neue Berliner Mietspiegel, mit dem die atemberaubende Mietentwicklung der letzten Jahre nun endlich offiziell gutgeheißen wird und Spielraum weitere Mietanpassungen entsteht. Wir begrüßen dieses Ereignis mit einem ganz exclusiven Festakt in attraktiver Lage im heiß begehrten Simon-Dach-Kiez, in dessen Rahmen wir auch unser soziales Wohnprojekt unter der Brücke präsentieren werden. Dort schaffen wir derzeit bis zu 100 attraktive Schlafplätze für zentrumsaffine Geringverdiener. Denn wir bekennen uns klar zu unserer sozialen Verantwortung!

Der Festakt beginnt um 18 Uhr mit Musik des Freiluftensembles B.U.M.S. und verschiedener Schallplattenunterhalter sowie einer Verkostung französischer Bruts und Crémants.

Im Verlaufe des Abends sind zahlreiche Aktionen geplant:

  • Befüllung von Luftballons, symbolisches Mieten-Steigen-Lassen

  • Ausgabe von Freigetränken für jeden, der einen Mietvertrag mitbringt, welcher 20 Prozent über dem Mietspigel liegt
  • Verteilung des neuen Berliner Mietspiegels
  • Präsentation alternativer Wohnungsanzeigen im Berliner Umland (Mariendorf, Karow, Erkner, Mahlsdorf, Rudow, Wittenau)
  • Möglichkeit, einzelne Quadratmeter der Veranstaltungsfläche zur Zwischennutzung anzumieten

Die Berliner Polizei hat sich dankenswerter Weise bereit erklärt, die Sicherheit der Veranstaltung zu gewährleisten und Konfrontationen mit verärgerten Mietern zu verhindern. Vielen Dank!


Atomkraft Wegbassen! Demo am Samstag 28.5. in Berlin

Die Atomkraft ist sicher...

… außer diesen kleinen Kernschmelzen in Fukushima. Und klar, es gibt nur ein minimales Restrisiko, das wir in Kauf nehmen sollen. Alle 25 Jahre. Es bestand zu keiner Zeit ein Risiko für die Gesundheit der Bevölkerung. Und überhaupt, wenn wir nicht weiter mit Atomkraft machen, dann gehen hier demnächst die Lichter aus.

Wir haben genug Lügen der Atomlobby und ihren Regierungsvertretern in der schwarz-gelben Koalition gehört – und fordern „Atomkraft Schluss!“

Deswegen macht das Aktionsbündnis Atomkraft Wegbassen zusammen mit FelS und „Block Brockdorf!“ einen Wagen auf der großen Anti-Atom-Demo am Samstag, den 28.5. um 11 Uhr in Berlin und hat sich mit Junkel Funkel noch Verstärkung für einen weiteren Wagen angelacht. Die Demo geht übrigens vom Roten Rathaus direkt zum atomaren Todesstern, zur Zentrale der CDU.

Wagen von AK Wegbassen, FelS und Block Brockdorf!
Por.no (Lisa Simpsons Dream)
The Sorry Entertainer (Kommando Heile Welt)

Wagen Junkel Funkel
David Dorad (Bachstelzen/ Bar 25)
Ruben and Sun Jamo (Junkelfunkel)

Hauptbühne
Jake the Rapper (Bar25)

Wann:
Samstag, 28.5. - ab 11 Uhr - Rotes Rathaus / Berlin

Außerdem gibt es ab dem 11. Juni die Aktion „Block Brokdorf!“, bei der wir - wenn wir nicht gerade auf dem Weltkongress sind - den Atomausstieg selbst in die Hand nehmen: Massenhaft werden wir das AKW Brokdorf blockieren. Mehr Infos dazu: http://fels.nadir.org/de/579/block-brokdorf und als Video: http://youtu.be/esEZim3c3Ok

Viele Sektionen der Hedonistischen Internationale sind Teil des Aktionsbündnisses Atomkraft Wegbassen.


Neuigkeiten zum Zweiten Weltkongress

Mal ein kurzer Zwischenstand und Blick hinter die Kulissen: Während die Infrastrukturleute gerade von wunderschönen Sonnensegeln bis zur Musikanlage alles abklären, arbeitet das Deko-Team daran, dass Gelände verzaubern. Und auch beim Programm tut sich gerade einiges.

Infos zum Kongress:
http://worldcongress.hedonist-international.org

Schon mehr als 100 Stunden Kongressprogramm sind bestätigt - hier eine klitzekleine Auswahl:

  • Der Philosoph Bernulf Kanitscheider stellt "Das hedonistische Manifest" vor
  • Sonja Brünzels, Mit-Autorin des "Handbuchs der Kommunikationsguerilla", macht einen Vortrag
  • Der griechische Ökonom Giorgos Papadopolous spricht über Geld und Hedonismus
  • Es gibt Workshops über Demos hacken, Soundsysteme bauen und Festivals squatten
  • Markus Beckedahl erzählt von der Kunst, im Internet unbeschadet durchzukommen
  • Die Apfelfront und die Nachhaltigkeitsguerilla stellen sich vor
  • Es kommen Leute, die die während der ägyptischen Revolution das abgeschaltete Internet mit Modemeinwahlknoten überbrückten...

.... wir sind echt begeistert, was da gerade alles reinkommt. Und haben in dieser Liste einen viel zu kleinen Ausschnitt genannt.
Das volle Programm (Beta und keine Garantien auf Zeiten & Angaben) könnt ihr hier finden. Natürlich werden wir immer genug Plätze frei haben für Eure spontanen Workshops und Vorträge auf dem Kongress. Kündigt diese Beiträge einfach am Infopunkt an.

Und auch das Kulturprogramm mit Bands, Performances, Kino sowie der sonntägliche Tanzworkshop nehmen langsam aber sicher Gestalt an: wir freuen uns schon auf Sedlmeier, den Hardrock-Roboter, auf Dance Bazooka und das Megatronkollektiv, auf Kino und Kurzfilme von interfilm und viele andere Künstler, die wir an dieser Stelle noch nicht verraten.

Mittlerweile gibt es auch Busse von Berlin für unrentable, schlappe 8 Euro zum Kongress. Ihr könnt die Karten ab jetzt auf dieser Webseite bestellen. Die Karten werden nicht verschickt, ihr steht einfach auf der Mitfahr-Liste im Bus.

Bis bald. Wir freuen uns.


Berlin: Samstag, 14.5. - Naziaufmarsch nach Kreuzberg verhindern

Verschiedene Quellen sagen, dass am morgigen Samstag, den 14.5. Nazis vom Platz der Luftbrücke aus marschieren wollen. Der Aufmarsch ist von 12-20 Uhr angemeldet und soll nach Informationen des Störungsmelder/Zeit.de nach Kreuzberg gehen.

Das Bündnis für urbane Mobilbeschallung will mit Soundsystemen vorbeikommen. Kommt doch auch!

Die genaue Route und mögliche Blockadepunkte sind noch nicht bekannt. Informiert Euch auf:

http://mbr-berlin.de/
http://www.antifa.de/
http://antifa-neukoelln.de.vu/

und über den Twitter-Account der Hedonistischen Internationale:
http://twitter.com/hedintern

Bis dann!

Update:
Mittlerweile ist eine erste Gegendemo angemeldet:
11.30 Uhr
Mehringdamm/Columbiadamm (Tempelhof)


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