Unfairer Prozess gegen Zensurgegner: Nackter Protest vor ukrainischer Botschaft in Berlin und Konsulat in Hamburg

  • Anti-Zensur-Aktivist Alexandr Volodarsky drohen 4 Jahre Haft wegen friedlichem Protest vor ukrainischem Parlament
  • Keine EU-Integration der Ukraine ohne die Einhaltung rechtsstaatlicher Normen
  • Zensurmaßnahmen in der Ukraine nehmen zu
  • Video von der Aktion in Berlin: hier


Protest vor der ukrainischen Botschaft in Berlin


Video der Aktionen in Berlin und Hamburg


Video der Aktion in Berlin


Berlin / Hamburg, 6. April 2010 - Das Aktionskomitee Nudistische Offensive, die Sektion Sonne und Solidarität, die Sektion Zensurama und die Hamburger Sektion der Hedonistischen Internationale erklären gemeinsam:

Wir haben heute vor der ukrainischen Botschaft in Berlin und vor dem ukrainischen Konsulat in Hamburg nackt demonstriert, um unsere Solidarität mit dem ukrainischen Blogger, Zensurgegner und Aktionskünstler Alexandr Volodarsky zu zeigen.

Volodarsky wurde am 2. November 2009 für eine ähnliche Aktion verhaftet, weil er mit einer weiteren Aktivistin vor dem Parlament in Kiew nackt gegen die zunehmende Zensur des osteuropäischen Landes protestiert hatte. Die Staatsanwaltschaft wirft Volodarsky vor, dass sein politischer Protest den Straftatbestand des in „Gruppen verübten Hooliganismus“ (vergleichbar mit dem deutschen Landfriedensbruch) erfülle. Volodarsky ist somit von vier Jahren Haft bedroht wegen einer friedlichen Protestaktion. In der Haft wurde ihm für längere Zeit der Zugang zu einem Anwalt verweigert. Nach sechs Wochen Untersuchungshaft wird Volodarsky gegen Kaution freigelassen. Am 4. Januar 2010 erkennt ein Gericht an, dass es im Laufe der Ermittlung zu Verstößen und Fehlern gekommen ist. Volodarsky geht im März 2010 vor das Appellationsgericht – und verliert. Der Prozess geht am 7. April weiter. Volodarsky drohen weiterhin bis zu vier Jahre Gefängnis.

Henrike Tiedemann vom Unterstützungskomitee der Hedonistischen Internationale: „Wir finden es beschämend, dass Menschen in der Ukraine wegen friedlichen Protestaktionen mit unsäglichen und harten Strafen bedroht werden. In der Ukraine gibt es Bestrebungen zu einer Integration mit der EU – diese sehen wir durch solche Verletzungen rechtsstaatlicher Normen in weiter Ferne. Der Prozess gegen Alexandr Volodarsky ist weder verhältnismäßig noch konform mit der ukrainischen Verfassung.“

Das Unterstützungskomitee fordert die Verantwortlichen in der Ukraine auf, die Anklage wegen Hooliganismus fallen zu lassen, Alexandr Volodarsky einen fairen Prozess zu ermöglichen und ihn stattdessen in das Pantheon der weltweiten Liberalisierung aufzunehmen, die sich die EU doch sonst so gerne auf die Fahnen schreibt.

Henrike Tiedemann weiter: „Wir sehen den Prozess gegen Volodarsky als Strategie des ukrainischen Staates Gegner der Zensur einzuschüchtern. Deshalb planen wir weitere Proteste gegen diese Menschenrechtsverletzungen. Friedlicher Protest – ob nackt oder nicht – muss möglich sein.“

Video aus Berlin ansehen


zeitgleiche Aktion vor dem Konsulat in Hamburg

Mehr Bilder folgen!

Weitere Informationen:
www.hedonist-international.org
http://akno.blogsport.de
Kampagnenseite von Alexandr Volodarsky: http://free.shiitman.net/lang/de/
Neueste Info seit Beginn des Prozesses (08.04.2010): http://www.boell.de/presse/presse-8965.html


Das Unterstützungskomitee

Das Unterstützungskomitee fordert die Verantwortlichen in der Ukraine auf, die Anklage wegen Hooliganismus fallen zu lassen, Alexandr Volodarsky einen fairen Prozess zu ermöglichen und ihn stattdessen in das Pantheon der weltweiten Liberalisierung aufzunehmen, die sich die EU doch sonst so gerne auf die Fahnen schreibt.